MESSTECHNIK & ANALYTIK
Inline-Überwachung des Oxidationspotenzials
Redox-Messung in Trinkwasseranwendungen

Xylem Analytics Germany Sales GmbH & Co. KG
Das Oxidations-Reduktions-Potenzial (ORP) ist ein wichtiger Indikator für die chemische Reaktionsfähigkeit von Wasser und damit für dessen Qualität und Desinfektionsleistung. Eine kontinuierliche Messung ermöglichen entsprechende Messtechnikprodukte von Xylem. Redox (ORP) – entscheidend für die Beurteilung der Wasserqualität und der Desinfektionswirkung. Ein hoher Redox-Wert von über 650 Millivolt wird im Kontext der Trinkwasserdesinfektion als Hinweis auf ein starkes Oxidationspotenzial eingeordnet; ein Abfall des Redox-Wertes kann auf organische Verunreinigungen, Reduktionsmittel oder mikrobielles Wachstum hindeuten.
Typische Bereiche
- Natürliche Wasser ohne Zusatz von Desinfektionsmitteln: 200 bis 400 Millivolt
- Desinfiziertes Wasser: über 650 Millivolt
Die Elektrode ist Teil der IDS-Elektrodenserie (Intelligente Digitale Sensoren) und wird über ein MIQ/IDS-Modul an das IQ Sensor Net angebunden. Genannt werden eine vorgefüllte Polymerelektrolytfüllung sowie ein verschmutzungsresistentes Lochdiaphragma. Zusätzlich verfügt der Sensor über einen integrierten Temperatursensor zur automatischen Temperaturkompensation sowie einen Sensorkopf zur Signalverarbeitung und zur Speicherung von Kalibrierhistorie und Seriennummer.
Für die Inbetriebnahme wird eine Mindesteintauchtiefe von 25 Millimeter angegeben, damit das Diaphragma vollständig in die Messprobe eintaucht. Der IDS-Steckanschluss wird mit dem Zubehörkabel AS/IDS-1,5 (Bestell-Nummer: 903850) verbunden und an das MIQ/IDS-Modul angeschlossen; die Erkennung erfolgt automatisch im IQ Sensor Net. Die Montage auf der Trinkwassertafel erfolgt in der Durchflusszelle D 17 bis zum Ende des Glaskörpers, um eine senkrechte Positionierung sicherzustellen und das Diaphragma-Loch am unteren Schaftende vollständig in die Probe zu tauchen.
Für den Betrieb wird betont, dass eine kleine Menge Referenzelektrolyt über die Diaphragma-Öffnung in die Messlösung austritt; ein sauberes, nicht verstopftes Diaphragma-Loch gilt daher als Voraussetzung. Zur Reinigung werden genannt: Fett- und Ölverschmutzungen mit spülmittelhaltigem Wasser, Kalk- und Hydroxidablagerungen mit Zitronensäure (10 Gewichts-Prozent); bei Bedarf kann eine Nassschleiffolie zur mechanischen Reinigung eingesetzt werden. Nach der Reinigung soll mit deionisiertem Wasser nachgespült werden. Für die Aufbewahrung ist eine Wässerungskappe mit Referenzelektrolyt (3 Mol pro Liter Kaliumchlorid, silberionenfrei) vorgesehen; vor Wiederverwendung wird das Spülen mit Messlösung oder deionisiertem Wasser genannt.
Die Elektrode ist werkseitig kalibriert und nach der Inbetriebnahme sofort einsatzbereit. Gleichzeitig wird die Redox-Elektrode als Verbrauchsmaterial beschrieben, das während des Betriebs altert; als lebenszeitverkürzende Bedingungen werden starke Säuren oder Laugen, hohe Temperaturen sowie starke pH- und Temperaturschwankungen aufgeführt. Für den Dauerbetrieb mit der WTW-Trinkwassertafel wird eine Garantie von einem halben Jahr genannt. In dieser Zeit wird eine regelmäßige Prüfung mit Redox-Pufferlösung (Bestell-Nummer: 109740) empfohlen; bei Abweichungen außerhalb der Toleranz trotz Reinigung wird ein Sensortausch angegeben.


