AUS DEN UNTERNEHMEN

Partnerschaft für die intelligente Zukunft des Wassers 

Integration von Wassertechnologie und KI

Der Wassertechnologiekonzern Wilo und das KI-Technologieunternehmen InstaDeep haben mit der Unterzeichnung einer Partnerschaftsvereinbarung den Beginn einer langfristig ausgerichteten Kooperation besiegelt. Die beiden Unternehmen arbeiten nun in mehreren definierten Anwendungsfällen an der systematischen Integration von Wassertechnologie und KI. Das langfristige Ziel der mehrstufigen Entwicklungspartnerschaft ist der Aufbau einer skalierbaren KI-Plattform.

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Oliver Hermes, President & Global CEO der Wilo Group (links), und Karim Beguir, CEO und Co-Founder von InstaDeep, bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags im Networking Cube auf dem Wilopark. Quelle: WILO SE 

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Die neu geschlossene Kooperation steht exemplarisch für den strategischen Kurs der Wilo Group: „Wir verstehen Künstliche Intelligenz als Katalysator für unser nachhaltiges unternehmerisches Wirken“, erklärt Oliver Hermes, President & Global CEO der Wilo Group. „Wir verbessern die Lebensqualität von Menschen auf der ganzen Welt, indem wir Wassertechnologie und KI systematisch verschmelzen. Diese Überzeugung eint Wilo und unseren neuen renommierten Partner InstaDeep. Wir freuen uns sehr auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“

„Durch die Verbindung von Wilos Wasserexpertise und InstaDeeps KI-Knowhow ebnen wir den Weg für eine zukunftsweisende, intelligente Wasserinfrastruktur, die Innovation, Sicherheit und Nachhaltigkeit zusammenführt“, sagt Karim Beguir, CEO und Co-Founder von InstaDeep, im Rahmen der Unterzeichnung auf dem Wilopark. „Was uns auszeichnet, ist, dass wir das gesamte vertikale Spektrum der KI abdecken. Dieser ganzheitliche Ansatz verbindet uns mit Wilo – eine hervorragende Ausgangslage für die neue Partnerschaft.“

Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung am Konzernhauptsitz der Wilo Group geht es für die Entwicklungsteams von Wilo und InstaDeep an die Arbeit. „Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten nun an einem vielversprechenden Pilotprojekt“, erklärt Peter Glauner, Regional CEO von Wilo Europe. Bereits die Ergebnisse dieser ersten gemeinsamen Initiative würden die Möglichkeiten zur intelligenten Steuerung von Wasser in kritischen Infrastrukturen erheblich verbessern.

Der Abschluss der Partnerschaft folgt für Wilo unmittelbar auf die Gründung der Wilo Global WATER AI Academy. Mit der Initiative vernetzt der Wassertechnologiekonzern Wissenschaft und Wirtschaft weltweit und fördert die angewandte Wissenschaft und Innovation sowie Kooperationen in den Bereichen Wasser und KI über Branchen- und Landesgrenzen hinweg. Zusammen mit der international anerkannten Heriot-Watt University konzipiert die Wilo Global WATER AI Academy derzeit ein im internationalen Hochschulsystem anerkanntes Bildungsangebot.


Trockenlegung der hundertjährigen Schwarzenbachtalsperre 

Revisionsarbeiten an Pumpspeicherkraftwerk

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Die 14 Millionen Kubikmeter Wasser fassende Schwarzenbachtalsperre bei Forbach (Schwarzwald) steht zum vierten Mal in ihrer Geschichte vor einer vollständigen Entleerung. Nach früheren Leerungen in den Jahren 1935, 1952 und 1997 folgt nun erneut eine Absenkung des Wasserspiegels, um geplante Revisionsarbeiten an der Anlage durchzuführen. Vor der vollständigen Trockenlegung Anfang April wird der Fischbestand in umliegende Gewässer umgesetzt.

Bis Oktober 2026 werden Verschlussvorrichtungen an der Staumauer erneuert, Beton- und Metallteile instandgesetzt und neue Strukturen im Uferbereich geschaffen, die Fischen als Lebens- und Rückzugsräume dienen sollen. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Talsperre wieder neu mit Fischen besetzt.

Anfallender Niederschlag und die Zuflüsse werden während der Baumaßnahmen über den Schwarzenbach und die Raumünzach umgeleitet. Aufgewirbelte Sedimente können das Wasser in dieser Zeit braun färben, eine Gefährdung besteht nicht.

Während der Arbeiten wird es zu temporären Sperrungen einzelner Uferwege sowie des Weges über die Talsperre kommen. Während der Bauzeit ist das Betreten des Beckens untersagt. Der schlammige Untergrund ist nicht tragfähig – schon ein niedriges Einsinken kann dazu führen, dass man sich nicht mehr selbstständig befreien kann. Besucher*innen werden dringend gebeten, die Hinweise vor Ort zu beachten.

Als zentrales Oberbecken liefert die Schwarzenbachtalsperre, zusammen mit den Zuflüssen aus der Murg, seit jeher das Wasser für das Rudolf-Fettweis-Werk und wird dies auch nach Fertigstellung des neuen Pumpspeicherkraftwerks Ende 2027 tun. Die Genehmigung des neuen Kraftwerks reicht bis 1. Januar 2090 und sichert damit langfristig die klimafreundliche Stromerzeugung aus dem Schwarzwald.

Für das Gelingen der Energiewende spielen Speicher und disponible – also steuerbare und auf Abruf verfügbare - Leistung eine zentrale Rolle. Das gilt auch und insbesondere für Pumpspeicher. Da sie flexibel und bedarfsgerecht Strom erzeugen können, sind sie eine ideale Ergänzung im Zusammenspiel mit anderen erneuerbaren Energien. Sie können die witterungs- und tageszeitabhängige Einspeisung aus Wind und Sonne ausgleichen und leisten einen wichtigen Beitrag für die Stabilität der Stromnetze – und damit für die Versorgungssicherheit in deutschen Haushalten und Unternehmen.


Fachgruppen-Forum beleuchtet Gründe für mehr Stadtgrün

Wachsende Bedeutung von Schwammstadt-Lösungen

Hohe Expertise vor ausgebuchtem Haus – erfolgreicher Start für das Fachgruppen-Forum Tiefbau und Galabau. 
Quelle: EUROBAUSTOFF Handelsgesellschaft mbH & Co. KG

Am 4. und 5. März feierte ein Fachformat der Eurobaustoff Premiere: Die anspruchsvolle Agenda des Fachgruppen-Forums Tiefbau und Galabau versprach verschiedene Vorträge zu der wachsenden Bedeutung von Schwammstadt-Lösungen und den aktuellen Entwicklungen im Bahnbau. Die Themenauswahl sorgte für großen Zuspruch auf Seiten der Gesellschafterhäuser, die stellenweise gleich mehrere Tiefbau- und Galabau-Spezialisten entsandten, um sie auf die gerade anlaufende Baustellensaison vorzubereiten.

Am zweiten Veranstaltungstag lud Thomas Mandler, Eurobaustoff Fachbereichsleiter Galabau, die Anwesenden ein, sich über das Thema „Schwammstadt“ zu informieren. Den Einstieg übernahm der Präsident des Bundesverbands für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) Thomas Banzhaf, indem er erklärte, wieso die Schwammstadt als Zukunftsmodell des Städtebaus und Wachstumsmarkt für die Industrie gilt. Daran knüpften Heiko Schmidt, ACO Vertriebsleiter Umwelttechnik, und Dr. Axel Leybold, Leiter von ACO Smart Solutions, mit ihrem Vortrag zum Thema „Digitales Wassermanagement“ an, der deutlich machte, dass die Entwässerung in Städten durch mehr als nur Rinnen erfolgen kann. Den Impuls von Seiten der Fachplaner gab an diesem Tag Rodegang Elkendorf als Geschäftsführer des Ingenieurbüros Gnegel. Nach einem kurzen Exkurs in die umfassende Neuregelung zur Bewirtschaftung und Behandlung von Regenwetterabflüssen aus Siedlungsgebieten (Novellierung DWA A-102) griff er den Trend zum dezentralen naturnahen Regenwassermanagement auf. Im Anschluss beleuchtete Tjards Wendebourg, Redakteur des Fachmagazins „Dega Galabau“, verschiedene Fokusthemen, Trends und Herausforderungen rund um seine zu Beginn aufgestellte These „Der Galabau im (Klima-)Wandel“. Wieso Gebäudebegrünung ein Wachstumstreiber für den Baufachhandel ist, erläuterte Marc Peters von Optigrün international und hatte den Teilnehmenden obendrein noch mögliche Systemlösungen zur Stadtbegrünung mitgebracht. Es folgte ein Beitrag von Marc Städtler, Geschäftsführer bei Konrad Städtler, der seine bisherigen Erfahrungen mit seinen Gesellschafterkollegen teilte und ihnen mit einigen Best-Practice-Beispielen für Dach- und Fassadenbegrünung ans Herz legte, „die Haltung zu Grün in den Unternehmen unbedingt weiter voranzutreiben bzw. zu stärken“. Abschließend referierte Michael Fuchs, Geschäftsführer Betonverband Straße, Landschaft, Garten (SLG), über klimaresiliente Stadtgestaltung mit wasserdurchlässigen Pflasterlösungen und klimaaktiven Belägen. 

„Die Kooperation versteht sich als Kompetenzzentrum. Das macht es zu unserer Aufgabe, Bedarfe zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren. So entstand auch die Idee für dieses Fachgruppen-Forum. Wir wollen fachbereichsübergreifende Themen sinnvoll verbinden und an die Verantwortlichen aus den Gesellschafterhäusern herantragen“, erklären Antonio Colletta und Thomas Mandler. Nach dem positiven Feedback ließen die beiden Verantwortlichen schon jetzt verlauten, dass es nicht an neuen Ideen für ein weiteres Fachgruppen-Forum im Frühjahr 2028 mangelt.

Neben den Gründen für mehr Stadtgrün stellt die Veranstaltung die Modernisierung des Schienennetzes als zentrale Zukunftsaufgabe dar und zeigte, dass trotz Investitionsstau große Chancen im Bahnbau bestehen – insbesondere durch stabile Planungsperspektiven und innovative Lösungen wie digitale Projektmanagement-Tools. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit eine Schlüsselrolle spielt, etwa durch klimaneutrale Ziele der Deutschen Bahn, emissionsärmere Bauweisen und konkrete Projekte wie das nachhaltige ICE-Werk in Dortmund.


Preisverleihung macht auf globale Wasserknappheit aufmerksam 

Charity-Kunstauktion am Weltwassertag 2026

Preisträgerinnen, Preisträger und Jury des Postkartenwettbewerbs zum Weltwassertag 2026 bei Heidelberg iT Management GmbH & Co. KG. Freuen sich über den erfolgreichen Abschluss der Charity-Kunstauktion zugunsten von Water Is Right (v.l.): Rolf Stahlhofen (Gründer und Vorstand Water Is Right Foundation), Künstler Jon Seidman und Matthias Blatz (Geschäftsführer Heidelberg iT). Quelle: Andreas Gieser @cheesy.photo

Die Heidelberg iT Management Gesellschaft machte am Weltwassertag 2026 mit zwei Aktionen auf das Leitthema des Aktionstags „Water and Gender“ (Wasser und Gleichberechtigung) und die globale Wasserknappheit aufmerksam: der Preisverleihung des Postkartenwettbewerbs für Schülerinnen und Schüler sowie dem Abschluss der Charity-Kunstauktion, deren Erlös zu 100 Prozent die Water Is Right Foundation (WIR) und deren weltweite Wasser- und Sanitärprojekte unterstützt.

Der Weltwassertag der Vereinten Nationen erinnert jährlich am 22. März an die globale Bedeutung von sauberem Wasser und regt dazu an, Maßnahmen zur Bewältigung der globalen Wasserkrise zu ergreifen. Ein zentraler Schwerpunkt ist die Unterstützung der Erreichung des Ziels für nachhaltige Entwicklung (SDG 6): Wasser und Sanitärversorgung für alle bis 2030.

Der von den Kooperationspartnern Heidelberg iT, SRH University, Democratia-Aqua-Technica und Water Is Right gemeinsam ins Leben gerufene Postkartenwettbewerb für Schulen startete im Februar 2026. „Die Resonanz mit rund 100 eingereichten Postkarten hat uns beeindruckt. Die Arbeiten zeigen, wie differenziert Kinder und Jugendliche das Motto des UN‑Weltwassertags aufgreifen – kreativ und mit einem klaren Blick dafür, welche Probleme rund um die lebenswichtige Ressource Wasser heute eine Rolle spielen“, sagte Matthias Blatz, geschäftsführender Gesellschafter der Heidelberg iT, Unterstützer und Kuratoriumsmitglied der Water Is Right Stiftung.

Die Auswahl der besten Postkartenmotive war keine leichte Aufgabe für die Jurymitglieder Prof. Dr. Ulrike Gayh (Professorin für Umwelt- und Verfahrenstechnik, SRH University), Prof. Benjamin Zierock (Professor für Design- und Innovationsentwicklung, SRH University), Matthias Blatz und Rolf Stahlhofen (Musiker, UN-Botschafter für Nachhaltigkeit und Gründer von Water Is Right). Beim Aufruf zum Wettbewerb war vor allem die kreative Umsetzung des Weltwassertag-Mottos gefragt. Malen, Zeichnen, Kleben – alles war willkommen.

Die Jury prämierte in drei Kategorien jeweils die Plätze ein bis drei. In der Kategorie 1.–4. Klasse kamen alle Preisträgerinnen von der Grundschule Bildungswerkstatt Schönbrunn: 1.Platz Luisa Völker – 2.Platz Melina Herrmann – 3.Platz Lilli Marleen Bühler. Ihre Postkartenmotive „ohne Titel“ beschäftigten sich mit den Aspekten „ungerecht – gerecht“ und „arm – reich“ in Bezug auf das Wasserthema.

In der Kategorie 5.–10. Klasse wurden ausgezeichnet: 1.Platz für das Motiv „L’eau est la base“ von Elena Basseville Lipka (Gymnasium Englisches Institut Heidelberg) – 2.Platz für die Karte „Eine bessere Welt“ von Julia Fink (ebenfalls Gym. E.I.) – 3.Platz für das Aquarellbild „Wir Menschen können nicht ohne Wasser überleben“ von einer Schülerin der SRH Stephen-Hawking-Schule Neckargemünd.

Die Sieger-Postkarten der Kategorie 11.-13. Klasse wurden vom Sozialgymnasium und dem Wirtschaftsgymnasium an der SRH Stephen-Hawking-Schule Neckargemünd eingereicht: 1.Platz für die Zeichnung „Wasser ist Leben“ von Sina Leibfried – 2.Platz für die Collage „Mütter schuften für ihre Kinder“ von Marlene Ries – 3.Platz für die Collage „Truth“ von Abdullah Wahidul Jamal.

Alle Preisträgerinnen und Preisträger nahmen persönlich an der Preisverleihung in den Räumen der Heidelberg iT teil. Die Atmosphäre war feierlich, offen und geprägt von großer Wertschätzung für das kreative Engagement der jungen Künstlerinnen und Künstler. Dazu sorgten die ausgestellten Postkarten für einen angeregten Austausch zwischen jungen Kreativen, Lehrkräften und Jury. „Kunst ist eine kraftvolle Sprache. Ihr habt uns heute gezeigt, wie wichtig es ist, Wasser nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten. Eure Beiträge zeugen nicht nur von Kreativität, sondern auch von Verantwortungsbewusstsein – das macht Mut für die Zukunft“, betonte WIR-Gründer Rolf Stahlhofen.

Die Gewinner des Postkartenwettbewerbs freuten sich über ihre Urkunden und die attraktiven Preise, gestiftet von der Eismanufaktur Gelato go Altstadt, MLP Academics Heidelberg (USC Heidelberg Spielbetrieb GmbH), Ponyreiten „Die kleinen Freunde“ GbR, Tiergarten Heidelberg gGmbH und der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH. So gab es für die Erstplatzierte der Mittelstufe Tickets für ein Heimspiel der TSG Hoffenheim, für Platz 1 der Oberstufe Spieler-Trikot und Ticket für ein Heimspiel der MLP Academics und für die Siegerin aus der Grundschule Ponyreiten. Als weitere Preise wurden Eintrittskarten für den Zoo Heidelberg und Eis-Gutscheine überreicht.

„Unser herzlicher Dank gilt allen Preisstiftern, deren Großzügigkeit die hohe Wertschätzung für die Teilnehmenden unterstreicht“, sagte Wettbewerbsausrichter Matthias Blatz. Ebenso bedankte sich Heidelberg iT ausdrücklich bei der Jury für ihre Zeit, Expertise und ihr Engagement.

Im Rahmen des Weltwassertags 2026 endete zudem die von Heidelberg iT initiierte Charity-Kunstauktion. Der New Yorker Künstler Jon Seidman hat dafür, inspiriert von einer NYC Taxi Door, sein Objekt „57th and Third“ zur Verfügung gestellt.

Um Seidmans Einzelausstellung „Jonspiration“ mit ihrer urbanen Brooklyn-Atmosphäre zu sehen, zieht es seit November zahlreiche Besucherinnen und Besucher ins Gewerbe- und Industriegebiet Pfaffengrund in die Räumlichkeiten der Heidelberg iT. Den Zuschlag für Seidmans Kunstobjekt erhielt der Mannheimer Unternehmer Uwe Schollmeier, Geschäftsführer der Schollmeier ITK GmbH & Co. KG, mit einem Gebot von 3.000,- Euro. Der Erlös fließt vollständig an die Stiftung Water Is Right und unterstützt damit deren Wasser- und Sanitär-Projekte und das Engagement für das Menschenrecht auf Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen.


Gespräch anlässlich des World Plumping Days 

Sichere, hygienische Rohrleitungssysteme

Warum intakte Rohrleitungssysteme so wichtig sind, erklärt Christian Winkler vom SKZ im Interview. Das Interview führte Alexander Ebenbeck, SKZ. Quelle: Luca Hoffmannbeck, SKZ

Seit 2010 macht der World Plumbing Day auf die Bedeutung sicherer und hygienischer Rohrleitungssysteme aufmerksam. Initiiert wurde der Aktionstag vom World Plumbing Council (WPC) in Zusammenarbeit mit der World Health Organization (WHO). 

Anlässlich dieses internationalen Aktionstags sprach das SKZ mit Christian Winkler, Gruppenleiter Rohrsysteme, über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Produktzertifizierung, Produktüberwachung und Prüfung von Rohrleitungssystemen sowie über die Rolle unabhängiger Prüf- und Zertifizierungsstellen für Qualität, Sicherheit und Vertrauen.


SKZ:   Christian, du bist seit 20 Jahren am SKZ tätig. Welche Bedeutung hat der World Plumbing Day für dich?

Christian Winkler: Der World Plumbing Day erinnert sehr eindrücklich daran, dass sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit ist. Rohrleitungen, Formteile und Armaturen bilden das Rückgrat der Wasserversorgung – sie müssen mechanisch zuverlässig, langlebig und vor allem hygienisch unbedenklich sein. Wir am SKZ prüfen diese Produkte umfassend nach nationalen und internationalen Normen und begleiten Hersteller dabei, die hohen Anforderungen an Sicherheit und Qualität dauerhaft zu erfüllen.


SKZ:   Neben der klassischen Produktprüfung spielt die Produktzertifizierung eine immer größere Rolle. Wie ist deine Gruppe hier aufgestellt?

Christian Winkler: Die Produktzertifizierung ist ein zentraler Baustein, um Vertrauen in Rohrleitungssysteme und Armaturen zu schaffen. Das SKZ selbst zertifiziert hier bereits seit mehr als 20 Jahren; unter anderem sind wir auch als Zertifizierungsstelle nach UBA akkreditiert und streben eine Notifizierung nach DWD an. Darüber hinaus arbeiten wir weltweit mit einer Vielzahl an anerkannten Zertifizierungsstellen zusammen, z.B. mit der „Water Supplies Department Hong Kong.“ Diese enge internationale Vernetzung ermöglicht es uns, Hersteller bei der Erlangung unterschiedlichster nationaler und internationaler Zertifikate zu unterstützen – sei es für Trinkwasseranwendungen oder technische Einsatzbereiche. So stellen wir sicher, dass Produkte nicht nur geprüft, sondern auch offiziell zertifiziert und marktfähig sind.


SKZ:  Zertifizierung endet aber nicht mit dem Prüfbericht, richtig?

Christian Winkler: Ganz genau. Ein entscheidender Punkt ist die regelmäßige Produktüberwachung. Zertifizierte Produkte unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung, bei der unter anderem Produktionsprozesse, Materialkonstanz und Produkteigenschaften kontrolliert werden. Diese kontinuierliche Überwachung stellt sicher, dass die geprüfte Qualität auch langfristig eingehalten wird – ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Wasserversorgung und zum Verbraucherschutz.​


SKZ:   Welche Rolle spielen dabei Produkte mit Trinkwasserkontakt?

Christian Winkler: Produkte im Trinkwasserkontakt stehen unter besonderer Beobachtung. Hier geht es nicht nur um mechanische Eigenschaften, sondern vor allem um hygienische Unbedenklichkeit. Das SKZ begleitet Hersteller bei der Prüfung und Zertifizierung von Materialien und Bauteilen, die mit Trinkwasser in Berührung kommen – von Rohrsystemen über Dichtungen bis hin zu Armaturen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität entlang der gesamten Lieferkette.


SKZ:   Wenn du auf deine 20 Jahre am SKZ zurückblickst – was hat sich am stärksten verändert?

Christian Winkler: Die Anforderungen sind deutlich komplexer geworden. Internationale Märkte, strengere Regularien und steigende Erwartungen an Nachhaltigkeit und Hygiene prägen unsere Arbeit. Gleichzeitig hat sich die Bedeutung unabhängiger Prüfungen, Zertifizierungen und einer verlässlichen Produktüberwachung massiv erhöht. Genau hier liegt die Stärke des SKZ: Wir verbinden technische Expertise, moderne Prüfinfrastruktur und ein starkes internationales Zertifizierungsnetzwerk.


SKZ:   Wie ist deine Botschaft zum World Plumbing Day?

Christian Winkler: Rohrleitungen und ihre Komponenten sind unsichtbare, aber lebenswichtige Systeme. Ihre Sicherheit entsteht nicht zufällig, sondern durch konsequente Prüfung, anerkannte Zertifizierung und kontinuierliche Überwachung. Der World Plumbing Day ist der richtige Anlass, um diese Bedeutung stärker ins Bewusstsein zu rücken – für Industrie, Politik und Gesellschaft gleichermaßen.