MESSE SPECIAL IFAT

 







 MESSE-SPECIAL 

Circularity als Schlüssel für Rohstoffsicherheit 

IFAT Munich 2026

Mit Blick auf geopolitische Unsicherheiten, instabile Lieferketten und steigende Rohstoffkosten rückt das Prinzip der Zirkularität verstärkt in den Fokus. Das Veranstaltungsprogramm der IFAT Munich verdeutlicht, wie sich durch Recycling, digitale Lösungen und Kooperationen Ressourcen effizienter einsetzen und wirtschaftliche Resilienz stärken lassen. Die Messe wird vom 4. bis 7. Mai 2026 in München ausgerichtet.

Messe München GmbH

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Selten war die IFAT Munich in ihrer 60-jährigen Geschichte so eng mit weltwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen verknüpft wie heute. Vor dem Hintergrund globaler Lieferkettenkrisen rücken zentrale Themen der Messe verstärkt in den Fokus von Politik und Industrie. Denn konsequent umgesetzte Zirkularität gilt zunehmend als entscheidender Faktor, um Rohstoffabhängigkeiten zu reduzieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen wie europäischen Wirtschaft zu sichern.

Auch politisch erhält dieser Ansatz Rückenwind. So stellte die Europäische Kommission im Dezember 2025 den Aktionsplan RESourceEU vor. Neben Förderprogrammen für eine effizientere Ressourcennutzung sieht er unter anderem Exportbeschränkungen für bestimmte Abfallströme – etwa Aluminiumschrott oder Abfälle aus Permanentmagneten – vor, um Recyclingkapazitäten innerhalb Europas zu stärken. Ergänzend sollen neue Kennzeichnungspflichten sowie zusätzliche Recyclinganreize für Batterien eingeführt werden.

„Rund sechs Wochen vor Messestart zeichnet sich deutlich ab, dass unsere Aussteller wertvolle Impulse und Innovationen für mehr Rohstoffsicherheit nach München bringen“, sagt Exhibition Director Philipp Eisenmann. Beispiele dafür seien neue Verfahren zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien, innovative Ansätze im Autorecycling sowie digitale Technologien zur präziseren Sortierung von Wertstoffen.

Auch im Veranstaltungsprogramm spielen dieses Thema eine zentrale Rolle. Auf der Orange Stage in Halle A5 widmen sich gleich mehrere Podiumsdiskussionen den Chancen und Strategien einer zukunftsfähigen Kreislaufwirtschaft. Organisiert werden sie unter anderem vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE), von Germany Trade & Invest (GTAI), der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) sowie vom Bundesumweltministerium.

Zu den wichtigsten Innovationstreibern der Kreislauf- und Abfallwirtschaft zählen derzeit Künstliche Intelligenz, Robotik und digitale Technologien. Von ihnen erwartet die Branche bessere Sortierergebnisse, effizientere Betriebsabläufe, höhere Arbeitssicherheit sowie geringere Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Auch in der kommunalen Abfallwirtschaft eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten: KI kann etwa helfen, Fehlwürfe zu minimieren oder die Tourenplanung der Sammelfahrzeuge zu optimieren. Konkrete Anwendungen, Herausforderungen bei der Implementierung sowie strategische Potenziale für Städte und kommunale Betriebe stehen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) auf der Orange Stage.

Der VDMA stellt auf der IFAT Munich zudem eine Initiative vor, die den Datenaustausch sensorgesteuerter Sortieranlagen standardisieren soll, um intelligentere und effizientere Recyclingprozesse zu ermöglichen. In einer weiteren Veranstaltung widmet sich der Verband der Frage, welche Rolle digitale Produktpässe künftig für ein hochwertigeres Recycling spielen können.

Am letzten Messetag, dem 7. Mai, wirft die International Solid Waste Association (ISWA) einen kritischen Blick auf den Einsatz von KI und Robotik in der Abfallwirtschaft. Neben innovativen Technologien – etwa kollaborativen Robotern zur Demontage komplexer Elektronik, KI-gestützter Materialrückgewinnung oder digitaler Materialflussverfolgung – werden dabei auch Herausforderungen und mögliche Nebenwirkungen diskutiert. Denn KI-Systeme sind auf hochwertige, standardisierte Daten und eine stabile digitale Infrastruktur angewiesen. Abfallströme sind jedoch häufig heterogen und stark verunreinigt. Modelle, die unter Laborbedingungen gut funktionieren, stoßen in der Praxis daher oft an ihre Grenzen. Gleichzeitig sind viele Systeme mit hohen Investitionskosten verbunden – ein Hindernis insbesondere für kleinere Recyclinganlagen sowie für Betriebe in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Gerade dort wird in den kommenden Jahrzehnten jedoch der stärkste Anstieg der Abfallmengen erwartet. Nach Einschätzung der ISWA besteht deshalb eine zentrale Herausforderung darin, digitale Innovationen mit praktikablen und langfristig tragfähigen Systemlösungen zu verbinden.