WASSERBEHANDLUNG



Mikroorganismen im Klärprozess messbar machen

Prozesskontrolle in der Abwasserreinigung

vermicon AG

Vermicon erweitert das Angebot für mikrobiologisches Monitoring in der DACH-Region durch eine Partnerschaft mit Luminultra. In das bestehende Portfolio wird die 2nd Generation ATP Technologie integriert. Das Verfahren ergänzt kultivierungsunabhängige Analytik um eine schnelle, quantitative Bestimmung der mikrobiellen Gesamtzellzahl und der Lebendzellzahl. In Kombination mit der VIT Gensondentechnologie adressiert das Münchner Biotechnologieunternehmen damit Anwendungen in komplexen Probenmatrices wie Abwasser, Prozesswasser, Biofilmen oder Probiotika.

Die VIT Gensondentechnologie ermöglicht den direkten Nachweis spezifischer, lebender Mikroorganismen ohne Kultivierung. Die BugCount 2nd Generation ATP Technologie des kanadischen Partners erweitert den Ansatz um eine ATP-basierte Quantifizierung: Zunächst wird das gesamte ATP-Signal (tATP) einer Probe als Maß für die mikrobielle Gesamtzellzahl erfasst. Anschließend erfolgt die Differenzierung in lebende aktive Biomasse (cATP) und gelöstes ATP (dATP). Damit werden Veränderungen sowohl in der Menge der Mikroorganismen als auch in ihrem Zustand frühzeitig sichtbar und interpretierbar.

Der Einstieg erfolgt in der biologischen Abwasserreinigung, in der Veränderungen der aktiven Biomasse für Stabilität und Ressourceneffizienz relevant sind. Das Unternehmen verbindet dabei seine Erfahrung in der mikrobiologischen Prozessdiagnostik mit dem quantitativen Verfahren als Grundlage für VIT ABM (Aktive Biomasse Monitoring). VIT ABM erfasst die Aktivität der Biomasse in biologischen Reinigungsstufen und stellt Kennzahlen bereit, die Belastungen, Stresssituationen und strukturelle Veränderungen frühzeitig sichtbar machen. Dr. Jiri Snaidr, Gründer und CEO, sagt: „Industrielle Prozesse erfordern Klarheit über mikrobiologische Zustände. Mit unserem neuen Partner haben wir einen großartigen Technologieanbieter gewonnen, der unser Portfolio ideal ergänzt. Die Quantifizierung der aktiven Biomasse eröffnet Anwendern einen ganzheitlichen Blick auf ihre Systeme und schafft eine belastbare Basis für betriebliche Entscheidungen.“

Pat Whalen, President & CEO des kanadischen Technologieanbieters, betont den Einsatz der ATP-Technologie in der DACH-Region: „In einem Umfeld mit hohen industriellen Anforderungen ist eine verlässliche mikrobiologische Prozesskontrolle unverzichtbar. Die Kombination unserer schnellen Analytik mit der Expertise des Münchner Biotechnologieunternehmens schafft die Grundlage für ein frühzeitiges und zielgerichtetes Vorgehen bei mikrobiologischen Fragestellungen.“ Als weiteren Ausbau des Ansatzes nennt das Unternehmen Einsatzfelder in der Papier- und Zellstoffindustrie, in Prozess- und Leitungswassersystemen sowie in der Getränkeindustrie. Ziel ist eine kombinierte Bewertung mikrobiologischer Entwicklungen in komplexen Prozessumgebungen, um Veränderungen klarer zu interpretieren und Prozessdynamiken früher zu erkennen.