WASSERBEHANDLUNG

Im laufenden Betrieb einer Kläranlage 

Retrofit für Denitrifikationsbecken 

Der Ruhrverband hat nach der Insolvenz von Kabel Premium Pulp & Paper die Werkskläranlage am Standort Hagen-Boele übernommen. Die Anlage, die zuvor sowohl Papierindustrie- als auch kommunales Abwasser behandelte, wird seither ausschließlich mit kommunalem Abwasser betrieben. Daraus ergab sich die Aufgabe, in bestehenden Belebungsbecken unbelüftete Zonen für die Denitrifikation einzurichten, ohne den Anlagenbetrieb länger zu unterbrechen oder umfangreiche bauliche Umbauten vorzunehmen.

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INVENT Umwelt- und Verfahrenstechnik AG

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Die Anlage verfügt über zwei große Donutbecken, deren äußerer Ring in mehrere Segmente unterteilt ist. Für die geänderte Prozessführung sollten einzelne Segmente als Denitrifikationszonen betrieben werden. Gleichzeitig waren die Randbedingungen eng: Oberhalb des Wasserspiegels stand aufgrund vorhandener Räumerbrücken nur begrenzter Bauraum zur Verfügung, es bestand hoher Zeitdruck, und eine vollständige Entleerung der Becken kam aus betrieblichen und wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage.

Invent entwickelte dafür ein Konzept mit Hyperclassic-Rührwerken in Kombination mit anlagenspezifisch angepassten Stahlbrücken. Die vertikale Bauweise der Rührwerke und die kompakte Antriebsausführung ermöglichten den Einbau unter den bestehenden Räumerbrücken, ohne deren Funktion zu beeinträchtigen. Die Stahlbrücken wurden so ausgelegt, dass sie auf vorhandenen Bauwerksstrukturen aufliegen und ohne tiefgreifende Eingriffe in Beton oder Beckenwände montiert werden konnten. Zusätzlich waren seitliche, offene Konsolen für die Aufnahme der Rührwerke vorgesehen. In dieser Kombination erfolgte die vollständige Installation im befüllten Becken; Lastabsetzung und Montage wurden über bestehende Strukturen unter Einbindung der vorhandenen Räumerbrücke umgesetzt.

Die eingesetzten Rührwerke sind auf eine gleichmäßige Strömungsverteilung und die Suspendierung des Belebtschlamms bei vergleichsweise niedriger Leistungsdichte ausgelegt. Für den Betrieb von Denitrifikationszonen ist dabei die Durchmischung ohne Lufteintrag ein zentraler Punkt für die Prozessführung. Für den Betreiber stand bei der Umsetzung die kurze Montagezeit bei gleichzeitig überschaubaren Projektkosten im Vordergrund.

Überblick

  • Schnelles und kosteneffizientes Retrofit, ohne Neubau und ohne Stillstand der Becken
  • Installation im befüllten Becken, ermöglicht durch Stahlbrücken und vertikale Hyperboloid-Rührwerke
  • Hohe Energieeffizienz bei sicherer Denitrifikation, niedrige Leistungsdichte bei hoher Umwälzleistung
  • Optimiert für Donutbecken und beengte Einbausituationen, auch unter bestehenden Räumerbrücken
  • Betreiberfreundlich und zukunftssicher, geeignet für kommunale Anforderungen und verschärfte Ablaufwerte ab 2026



Das Projekt Hagen-Boele zeigt exemplarisch, dass eine stabile Denitrifikation auch im Jahr 2026 ein zentrales Element der kommunalen Abwasserbehandlung bleibt, insbesondere bei der Übernahme und Umstellung bestehender Anlagen. Gleichzeitig verdeutlicht es, wie durch intelligente Konzepte vorhandene Becken kurzfristig weitergenutzt und an neue betriebliche Anforderungen angepasst werden können, ohne Neubauten oder längere Stillstandszeiten.