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Sieben, Waschen, Fördern und Entwässern

Feinsiebanlage entlastet Kläranlage

In vielen Kläranlagen stellen Feinanteile wie Haare und Fasern ein erhebliches Problem dar. Oft passieren sie die mechanische Vorreinigung und führen in der biologischen Stufe zu Ablagerungen, Verzopfungen und erhöhtem Wartungsaufwand. Die Verbandsgemeinde Nastätten hat deswegen in der Kläranlage Mühlbachtal eine Feinsiebanlage nachgeschaltet. Der Einsatz der kompakten Siebtrommel von Saveco sorgt für eine Entlastung der Belebung – und verbessert zugleich die Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit der Anlage. 

SAVECO GmbH

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Effiziente Abwasserbehandlung 

Die Verbandsgemeinde Nastätten setzt auf moderne Verfahren zur Optimierung ihrer Kläranlagen. Stellvertretender Betriebsleiter Sven Hermann betreut derzeit sechs Anlagen sowie mehrere Sonderbauwerke. Darunter befindet sich auch die Kläranlage Mühlbachtal – ein Standort mit besonderem Optimierungspotenzial, insbesondere im Bereich der mechanischen Vorreinigung.

Die Anlage ist für 18.000 Einwohnerwerte ausgelegt und verarbeitet im Mittel etwa 4.000m³ Abwasser pro Tag. Bei Regenwetter kann die Zulaufmenge auf bis zu 16.500m³ ansteigen. In der Vergangenheit führte der Einsatz eines Stabrechens mit 6 mm Stababstand wiederholt zu Problemen: Feine organische Feststoffe, insbesondere Haare und Fasern, gelangten ungehindert in die Belebungsbecken.

„Die Belastung durch unter 6 Millimeter große Partikel sorgte für starke Verschmutzungen an Belüftungselementen und Rührwerken – zum Teil mit massiver Verzopfung“, erklärt Sven Hermann. Die Reinigung dieser Komponenten war aufwendig, da sie nur mit Tauchereinsätzen erfolgen konnte.

Feinsiebanlage kombiniert vier Prozesse

Im Zuge einer Anlagenerweiterung im Jahr 2017 fiel die Entscheidung, eine weitergehende mechanische Vorreinigung zu implementieren. Die Wahl fiel auf eine Feinsiebtrommel vom Typ VSA der Firma Saveco, mit einer Sieböffnung von nur 3 Millimeter.

Die kompakte Einheit übernimmt vier Prozesse gleichzeitig: Sieben, Waschen, Fördern und Entwässern. Dadurch konnte die Anlage nicht nur effizienter, sondern auch platzsparender gestaltet werden. Die gewählte Lösung ersetzt mehrere Einzelaggregate – und bietet gleichzeitig eine verbesserte Trenngenauigkeit.

Technik und Erfahrungen

Saveco war dem Anwender bereits durch frühere Projekte bekannt: Fünf weitere Anlagen in der Verbandsgemeinde sind mit Rechenanlagen des Herstellers ausgerüstet. „Die Technik ist seit über zehn Jahren im Einsatz – zuverlässig und mit sehr geringem Verschleiß“, so Hermann. „Auch aus diesem Grund haben wir uns erneut für das Unternehmen entschieden.“


Funktionsweise 

Die Siebtrommel arbeitet kontinuierlich: Während das Abwasser durch das rotierende Sieb strömt, werden zurückgehaltene Feststoffe durch eine interne Wasch- und Reinigungsdüse behandelt, über eine Förderschnecke abtransportiert, entwässert und schließlich in einen Container oder Verdichter übergeben. Organische Bestandteile werden ausgewaschen, das Siebgut verdichtet.

Betriebserleichterung

Seit der Inbetriebnahme der Feinsiebanlage ist die Belastung der Belebungsbecken durch feine Feststoffe deutlich gesunken. „Verschmutzungen und Verzopfungen sind nahezu vollständig verschwunden. Die Reinigung der Becken durch Taucher erfolgt nun höchstens noch einmal jährlich“, berichtet Hermann. Auch quantitativ zeigt sich der Erfolg: Die abgeschiedene Feststoffmenge liegt um den Faktor 1 bis 1,5 höher als zuvor. „Im Durchschnitt fallen wöchentlich ein bis eineinhalb Rekoboxen Siebgut an“, so Hermann. Ein weiterer Pluspunkt ist der geringe Wartungsaufwand. Nach rund acht Jahren Betriebszeit mussten bislang lediglich die Bürsten der Trommel ausgetauscht werden.

Durch die Nachrüstung einer Feinsiebanlage konnte die Verbandsgemeinde Nastätten nicht nur die Betriebssicherheit steigern, sondern auch den Pflegeaufwand in der biologischen Reinigungsstufe deutlich reduzieren. Die Investition in moderne Siebtechnik zahlt sich – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich – langfristig aus.