
In der Liebigstraße kommen HS®-Kanalrohre SN16 in Nennweiten von DN/OD 315 bis DN/OD 500 für den Mischwassersammler zum Einsatz.
Quelle: Reuscher Tiefbau GmbH
Der alte Mischwasserkanal in der Liebigstraße stammt aus den 1960er Jahren und besteht aus Beton- und Steinzeugrohren in Nennweiten von DN 300 bis DN 500. Nach Aussage von Dipl.-Ing. (FH) Denis Berdajs, Ingenieurbüro Lang-Rau, entsprechen die festgestellten Schäden der Nutzungsdauer. „Das waren in erster Linie Abplatzungen und Korrosion an der Rohrwandung des Sammlers aufgrund von mechanischer Überlastung sowie der Einwirkung aggressiver Stoffe oder in Folge von Frost-Tau-Schäden“, erklärt Berdajs. „Darüber hinaus deuteten schadhafte und undichte Stellen an den Anschlussleitungen auf Materialermüdung, Setzungsbewegungen oder mangelhafte Verbindungen hin.“
Entsprechend des Schadensbildes haben die Verantwortlichen eine geeignete Sanierungsstrategie gesucht, die Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsaspekten gleichermaßen gerecht werden sollte. „Im Vorfeld wurden verschiedene Verfahren geprüft – so auch eine grabenlose Sanierung mit einem Schlauchliner – aber insbesondere vor dem Hintergrund der hydraulischen Überprüfung war das keine Alternative“, so Berdajs weiter. Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten einer grundhaften Erneuerung des Mischwassersammlers zusammen mit den Wasserleitungen und anschließendem Straßenbau. Zudem wurden die Hausanschlüsse im Rahmen der Baumaßnahme überprüft und bei Bedarf bis zur Grundstücksgrenze erneuert.
Mit der Wahl für Kanalrohre aus dem Werkstoff PVC-U hat der Auftraggeber dabei die Basis für ein modernes, langlebiges und wartungsarmes Kanalnetz gelegt. Das HS-Kanalrohrsystem der Funke Kunststoffe GmbH erfüllt nicht nur die erhöhten Auflagen, die sich aus dem Heilbad-Status ergeben. Es zeichnet sich durch einen ausgeprägten Systemcharakter aus, der auf die durchgängige Kompatibilität und hohe technische Leistungsfähigkeit aller Komponenten abzielt. Rohre, Formteile und Sonderbauteile sind vollständig aufeinander abgestimmt, was auch der Einsatz von CONNEX-Anschlüssen, VPC-Rohrkupplungen und BI-Adaptern im Rohrgraben unter Beweis stellt. Geliefert werden Rohre und Formteile von der Bieber + Marburg, Baustoff-Standort Bischoffen, ein Gesellschaftermitglied der Eurobaustoff‑Kooperation.
Die Kanalrohre werden in einem gemischtkörnigem Fels-Lehm-Gemisch der Bodenklasse 6 und in Tiefen zwischen 2,00 und 2,50 m verlegt.
Quelle: Reuscher Tiefbau GmbH
Fachgerechte Verdichtung der Rohrleitungszone. Quelle: Reuscher Tiefbau GmbH
Bauleiter M. Eng. Florian Michel und Polier Moise Diehl von der beauftragten Reuscher Tiefbau-Gesellschaft äußern sich positiv über das System und wertschätzen die leichte Handhabung der Rohre aus PVC-U ebenso wie die Flexibilität beim Verlegen trotz gleichzeitig hoher Ringsteifigkeit und Festigkeit. Zudem loben beide den Systemcharakter: „Alles was man braucht, ist vorhanden und wird notfalls auch umgehend auf die Baustelle geliefert“ – hierin sind sich Michel und Diehl einig. Auch darüber, dass sich der Einbau einfach gestaltet und Rohre und Formteile flexible Anpassungen an die jeweiligen Situationen im Rohrgraben ermöglicht. „So können beispielsweise die Hausanschlussleitungen über CONNEX-Anschlüsse schnell und wirtschaftlich in den Sammler eingebunden werden“, sagt Regionalleiter Michel. „Das integrierte Kugelgelenk erlaubt eine Schwenkbarkeit von 0° bis 11° und erfüllt somit die DWA-A139-Anforderungen. Die hohe Flexibilität sichert Qualität und Langlebigkeit der Leitungen.“
Beim Übergang der Hausanschlussleitungen aus PVC-U an vorhandene Leitungen auf den Grundstücken spielen die VPC-Rohrkupplung und der BI-Adapter ihre Stärken aus. „Mit der VPC-Rohrkupplung lassen sich Rohre der gleichen Nennweite aus unterschiedlichen Werkstoffen optimal und sicher miteinander verbinden – und das trotz bauartbedingt stark unterschiedlicher Außendurchmesser“, erklärt Ritting. „Und der Funke BI-Adapter bietet eine Lösung für die zuverlässige Verbindung von Rohren, die nur innen kreisrund sind – wie zum Beispiel Betonrohre mit Fuß oder Betonrohre mit Scheitelverstärkung.“ Der Adapter besteht aus einer Innenhülse aus nicht rostendem Stahl, einer abdichtenden EPDM-Manschette und einem Spreizkeil, der ebenfalls aus nicht rostendem Stahl gefertigt ist. Nach dem Einsetzen ins Rohr wird die EPDM-ummantelte Hülse durch das Einschlagen des Keils geweitet und an die Rohr-Innenwandung des Rohres formschlüssig angepresst. Mehrere ringförmig angeordnete Dichtungsrippen sorgen für eine dichte Verbindung. Auf das andere Ende des BI-Adapters wird im nächsten Arbeitsschritt die im Lieferumfang enthaltene VPC-Rohrkupplung aufgesetzt und befestigt. Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass ein außen kreisrundes Rohr angeschlossen werden kann.
Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig und konnten bislang ohne Verzögerungen umgesetzt werden. Die Kanalrohre werden in einem gemischtkörnigem Fels-Lehm-Gemisch der Bodenklasse 6 und in Tiefen zwischen 2,00 und 2,50 Meter verlegt. Als Schächte kommen handelsübliche Betonschächte mit einer kunststoffausgekleideten Berme zum Einsatz. Der Bauzeitplan mit Beginn am 12.05.2025 und geplanter Fertigstellung im Oktober 2026 ist damit voll im Soll.






