
Abwassersysteme sanieren und optimieren
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Die Abwasserinfrastruktur in Deutschland ist vielerorts veraltet – der Sanierungsbedarf entsprechend hoch. Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen, etwa durch zunehmende Urbanisierung und das vermehrte Auftreten von Starkregenereignissen. Auch die Zusammensetzung des Abwassers wandelt sich: Hygienetücher mit langen Fasern führen vermehrt zu Pumpenverstopfungen, was hohe Kosten und Personalaufwand verursacht.
Rechtliche Vorgaben wie die aktuelle Europäische Kommunalabwasserrichtlinie bringen zusätzliche Anforderungen mit sich – insbesondere im Hinblick auf Gewässerschutz und Energieeffizienz. Gleichzeitig rücken moderne Steuerungssysteme für Pumpentechnik stärker in den Fokus und bieten Ansätze zur Optimierung bestehender Anlagen.
Besucher:innen können den 15. OWL-Abwassertag, um sich mit Fachleuten auszutauschen und wertvolle Einblicke in die aktuellen Lösungen und Technologien zu gewinnen. Die Veranstaltung beinhaltet verschiedene Referate, Diskussionen und Networking-Möglichkeiten sowie eine Fachausstellung mit namhaften Industriepartnern aus der Branche.
Alpiq Holding AG
Im Rahmen eines gemeinsam mit der Universität Lausanne durchgeführten Kolloquiums zur Multifunktionalität von Staumauern wurde der #prixalpiq zum fünften Mal in Folge verliehen. Preisträger ist das innovative Projekt «Bassin-versant éponge de Corbyre» (Schwamm-Einzugsgebiet Corbyre) der Gemeinde Lens. Die Auszeichnung «Sieger der Herzen» geht an ein Projekt der Gemeinde Leytron, das beim Bau eines Schulzentrums die Integration eines Systems zur Wasserrückhaltung vorsieht.
Die Preisträger der fünften Ausgabe des #prixalpiq stehen fest. Alpiq gab gestern Abend in Zusammenarbeit mit dem Verband der konzedierenden Gemeinden des Kantons Wallis (ACC) die Sieger dieses Wettbewerbs für nachhaltige Projekte im Bereich Wasserbewirtschaftung bekannt. Amédée Murisier, Leiter Switzerland von Alpiq, Michaël Plaschy, Leiter Wasserkraft bei Alpiq, und David Melly, Präsident des ACC, überreichten den Gewinnern persönlich die Preise im Gesamtwert von CHF 50'000. «Wasser ist eine Ressource, auf die die Gemeinden und wir ein besonderes Augenmerk richten müssen», erläutert Amédée Murisier. «Der #prixalpiq, der den nachhaltigen Umgang mit Wasser als entscheidendes Element betrachtet, fördert und unterstützt die Projekte der Gemeinden.» Öffentliche Körperschaften werden somit bei ihren Bemühungen um einen notwendigen Wandel unterstützt. «Der Klimawandel verlangt von den Gemeinden, Massnahmen zu ergreifen, um die Wasserbewirtschaftung aus ganzheitlicher Sicht zu gewährleisten», so David Melly. «Der #prixalpiq ermutigt sie, innovative Lösungen im Hinblick auf eine nachhaltigere Zukunft umzusetzen.» Amédée Murisier, Head of Switzerland
In Leytron weiß man nur zu gut, welche Bedeutung die Wasserbewirtschaftung hat, da die Gemeinde immer wieder Einschränkungen unterworfen ist. Beim laufenden Bau des Schulzentrums bestehend aus einer Schule, einer schulergänzenden Betreuungseinrichtung und einer Krippe wollen die Gemeindebehörden mit gutem Beispiel vorangehen und ein System zur Regenwasserrückhaltung integrieren. Damit sollen nicht nur die Sanitäranlagen des Gebäudes versorgt, sondern auch die Bewässerung der Grünflächen sichergestellt werden. Zudem soll es die Anlage ermöglichen, auch in Trockenperioden Trinkwasser zu sparen. Die Einführung dieses Systems in der Schule wird dazu beitragen, die Schülerinnen und Schüler für die verschiedenen Aspekte des Umgangs mit Wasser als schützenswerte natürliche Ressource zu sensibilisieren. Dieser didaktische Aspekt in Verbindung mit einer konkreten Wassersparmaßnahme, die bei einem öffentlichen Gebäude immer noch unüblich ist, überzeugte die Jury und veranlasste sie, diesem Projekt die Auszeichnung «Sieger der Herzen» des #prixalpiq zu verleihen.
Das Projektgebiet befindet sich in einem wichtigen Einzugsgebiet in Corbyre, das die Gemeinde Lens mit Trinkwasser versorgt. Angesichts des Klimawandels und der starken Sonneneinstrahlung bestehen erhebliche Dürrerisiken, aber auch Risiken durch Oberflächenabfluss bei Extremwetterereignissen. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung möchte die Gemeinde das Konzept des «Schwamm-Einzugsgebiets» anwenden, das darauf abzielt, die natürlichen Wasserkreisläufe im gesamten Fassungsgebiet wiederherzustellen. Dieses Konzept bietet viele Vorteile: geringere Abflussgefahr, erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit, weniger Bodenerosion, Entlastung der Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Förderung der Biodiversität etc. Die geplanten Maßnahmen umfassen Arbeiten in den Bereichen Landschaftsbau und Landeskultur und sollen die Auswirkungen auf die Umwelt begrenzen. Diese originelle Kombination überzeugte die Jury sowohl wegen ihrer ganzheitlichen Sicht auf die Nachhaltigkeit des Wassers als auch wegen der vergleichsweise einfachen und kostengünstigen Maßnahmen, die sich problemlos auf andere Standorte übertragen lassen.
Acht Projekte mit vielfältigen Lösungsansätzen für die nachhaltige Wasserbewirtschaftung wurden im Rahmen der diesjährigen Ausgabe eingereicht. Die Jury, die sich aus Walliser Persönlichkeiten sowie Wasserexpertinnen und -experten zusammensetzt, würdigte die Qualität der eingereichten Projekte. Sie alle erfüllten die geforderten Kriterien Nachhaltigkeit, Nutzen und Machbarkeit des Projekts für die Gemeinden, Übertragbarkeit und Innovation. Alpiq und der ACC freuen sich, diese beiden Projekte zu begleiten, und hoffen, dass sie in anderen Gemeinden Nachahmer finden. Der #prixalpiq unterstützt die Walliser Gemeinden in ihrem Engagement für eine effiziente Wasserbewirtschaftung und ist eine Anerkennung, welche die Realisierung von Projekten wie dem Bewässerungssystem in Salgesch oder der Bewirtschaftung der Grundwasserressourcen in Martigny erleichtert.
Die Verleihung des #prixalpiq bildete den Abschluss eines Kolloquiums zur Multifunktionalität von Staumauern. Andréa Savoy, Doktorandin an der Universität Lausanne, präsentierte ihre Forschungsergebnisse. Seit 2020 untersuchte sie die Entstehung und Weiterentwicklung dieses Konzepts sowie die Art und Weise, wie verschiedene Akteure die Multifunktionalität von Wasser und Wasserkraftinfrastruktur wahrnehmen. Darüber hinaus erforschte sie die institutionellen Regeln, die Zusammensetzung der beteiligten Akteure und die Auswirkungen der Governance auf die Nachhaltigkeit der Wasserkraftbewirtschaftung. Zwei Runde Tische mit Akteurinnen und Akteuren der Branche sowie aus Politik und Wissenschaft boten den Kolloquiums-Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in die Thematik.
FH Münster
Im urbanen Wassermanagement erfüllen Kanalisationssysteme als komplexe Infrastrukturen eine zentrale Funktion. Angesichts zunehmender Starkregenereignisse und immer schärferer Umweltauflagen ist eine effizientere Nutzung und Steuerung dieser Netzwerke notwendig. Besonders problematisch ist dabei nicht nur die Gefahr von Hochwasser, sondern auch die Gewässerverschmutzung, die durch Überläufe in Starkregenphasen entsteht. Der Bau von unbegrenzt großen Speicherkapazitäten ist weder technisch noch finanziell realisierbar, weshalb alternative Ansätze gefragt sind. Hier setzt Flemming Albers Arbeit an der FH Münster an: Er entwickelte ein KI-gestütztes Modell, mit dem sich der Abfluss in Kanalsystemen präzise vorhersagen lässt. Dafür wurde er mit dem Hochschulpreis ausgezeichnet.
Die bislang verwendeten hydrodynamischen Simulationsmodelle, die den Abfluss in Kanalnetzen physikalisch detailliert berechnen, sind äußerst zeitaufwendig. „Gerade bei plötzlich auftretenden Starkregenereignissen ist jedoch eine schnelle Vorhersage entscheidend“, erklärt der Bauingenieur. „Mich hat besonders gereizt, herauszufinden, was man in diesem Bereich mit künstlicher Intelligenz alles erreichen kann“, beschreibt der Absolvent seine Motivation. Sein Ansatz basierte auf maschinelles Lernen, insbesondere der Nutzung neuronaler Netze. Ziel war es, mithilfe von KI Niederschlagsdaten so zu analysieren, dass Abflussmengen und -zeiten an bestimmten Punkten im Kanalsystem präzise und binnen Sekunden vorhergesagt werden können. Für die Entwicklung seiner Prognosemodelle griff Albers auf umfangreiche Datensätze zurück, die reale Niederschlags- und Abflussmessungen sowie Ergebnisse aus hydrodynamischen Simulationen umfassten.
Die größte Herausforderung bestand in der datenbasierten Modellierung: Zeitreihen von Wetter- und Abflussdaten weisen saisonale Schwankungen auf, die die Vorhersagen ungenauer machen können. Um dies zu umgehen, implementierte der Bauingenieur Prüfmechanismen und testete das neuronale Netz mit Datensätzen, die es vorher nicht „gesehen" hatte. Damit stellte er sicher, dass das Modell auch in unbekannten Situationen robuste und belastbare Vorhersagen liefert.
Die Ergebnisse seiner Masterarbeit zeigen, dass mit minimalem rechnerischem Aufwand maschinelle Lernmodelle Vorhersagen liefern, die den tatsächlichen Abflüssen sehr nahe kommen. Albers demonstriert damit, dass der Einsatz von KI auch im Bereich der Wasserwirtschaft handfeste Vorteile bringen kann.
Besonders bemerkenswert an Albers Arbeit ist der interdisziplinäre Charakter: Als Bauingenieur wagte er den Sprung in den Bereich der Datenwissenschaften. Durch Eigeninitiative eignete er sich Wissen in Programmierung und data-science-spezifischen Methoden an, obwohl er zu Beginn der Masterarbeit wenig Erfahrung auf diesem Gebiet hatte. „Dank zahlreicher Machine-Learning-Bibliotheken und umfangreicher Online-Ressourcen konnte ich mir das Thema selbstständig erschließen“, berichtet der Absolvent über seinen Einstieg in das komplexe Fachgebiet. Unterstützt wurde er dabei von Prof. Dr. Malte Henrichs, der die innovative Ausrichtung von Albers Projekt besonders schätzte: „Mich reizt es, neue Themenfelder und Methoden zu erkunden und für die Wasserwirtschaft nutzbar zu machen. Deshalb fand ich Flemmings Ansatz von Anfang an äußerst spannend.“
Die Masterarbeit verdeutlicht das große Potenzial von KI-gestützten Ansätzen für die Siedlungsentwässerung und die Wasserwirtschaft. Albers bleibt dem Thema auch nach seinem Abschluss treu und vertieft sein Wissen im Rahmen einer Promotion am Fachbereich Bauingenieurwesen. „Mein Ziel ist es, die Vorhersagemodelle mit Steuerungselementen zu kombinieren. Dabei untersuche ich, wie KI automatisierte Entscheidungen ermöglichen kann – etwa das Aktivieren oder Deaktivieren von Pumpen sowie das gezielte Ab- oder Umlenken von Abwasserströmen, um Überflutungen effektiv zu vermeiden“, erklärt der Nachwuchsforscher und gibt einen Einblick in seine derzeitigen Forschungsarbeiten.
KSB SE & Co KGaA
KSB Australia reagiert mit der Erweiterung seines Standorts in Bundamba, Queensland, auf die steigende Nachfrage im Bereich der Abwassertechnik. Die neuen Gebäude bieten eine deutlich höhere Lagerkapazität für Wasser- und Abwasserprodukte, was deren Lieferzeiten verkürzt und die Versorgungssicherheit für die Kunden erhöht.
Gleichzeitig wurden die Testeinrichtungen umfassend modernisiert und digitalisiert, um automatisierte Prüfprozesse mit Echtzeitüberwachung und Fernzugriff zu ermöglichen. Damit kann der Pumpenhersteller kurzfristige Lieferanforderungen erfüllen und technisch anspruchsvolle Prüfungen durchführen.
Im Servicebereich profitieren die Kunden von einer verbesserten Werkstattstruktur mit klar definierten Reparaturzonen, einem Reinraum für präzise Arbeiten und der Integration digitaler Diagnosetools. Die Inhouse-Fertigung von Ersatzteilen und die interne Aufarbeitung von Gleitringdichtungen sowie die Einführung der additiven Fertigung verkürzen die Reparaturzeiten.
Die Investition umfasst auch die Einführung weiterer Produkte wie die energieeffiziente Tauchpumpe AmaRex Pro sowie die lokale Testmöglichkeit unter realen Bedingungen. Neben der aktuellen Erweiterung in Bundamba plant KSB bereits den Ausbau seiner Kapazitäten in Westaustralien.
Zur Platin-Medaille von EcoVadis hat auch Wilos Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen beigetragen. 2018 hat sich das Unternehmen dazu verpflichtet, dass bis 2025 alle 16 Green Fabs der Wilo Group emissionsausgeglichen sind. Ende dieses Jahres löst der Konzern das Versprechen ein. Quelle: WILO SE
Zum vierten Mal infolge ist die Wilo Group mit der Platin-Medaille von EcoVadis ausgezeichnet worden. Zudem bewertete die Ratingagentur das Nachhaltigkeitsengagement des multinationalen Wassertechnologiekonzerns zum zweiten Mal als „herausragend“. Nur 1 Prozent der von EcoVadis geprüften Unternehmen – inzwischen über 150.000 – erreicht das Platin-Rating.
„Die EcoVadis-Medaille in Platin macht uns stolz. Sie zeigt, dass unsere konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit mehr ist als eine Behauptung. Die Auszeichnung beweist, dass wir Worten Taten folgen lassen: Unser Nachhaltigkeitsengagement wirkt – es hat Impact!“, ordnet Oliver Hermes, President & Global CEO der Wilo Group, ein. „Die Bedeutung dessen haben auch Wilos zahlreiche Partner längst erkannt. Nachhaltigkeit ist zu einem echten Wettbewerbsvorteil geworden“, so Hermes weiter.
Die Wilo Group hat ihre Nachhaltigkeitsstrategie allen anderen funktionalen Unternehmensstrategien übergeordnet. Sie definiert drei Wirkbereiche: Creating umfasst den nachhaltigen Beitrag von Wilo-Technologie, etwa zur Dekarbonisierung und zur Verbesserung der Wasserversorgung. Caring beschreibt Wilos verantwortliches Handeln gegenüber Umwelt, Mitarbeitenden und Gesellschaft und beinhaltet Ziele wie die Emissionsreduktion. Unter Connecting fällt das Engagement in starken internationalen Partnerschaften.
Mit 88 erreichten Punkten verbesserte die Wilo Group ihr Ergebnis zum letztjährigen Rating (86 Punkt) sogar. Ausschlaggebend waren hierfür unter anderem Optimierungen in Wilos Risiko- und Lieferantenmanagement. Zudem investierte der Konzern erheblich in sein globales Gesundheitsmanagement – das unternehmenseigene Gesundheitszentrum Health Cube am Konzernhauptsitz in Dortmund eröffnet im April 2026. Hinzu kommt die Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen. „Im Jahr 2018 haben wir uns dazu verpflichtet, dass bis 2025 alle 16 Green Fabs der Wilo Group emissionsausgeglichen sind“, sagt Wilos Global CTO, Georg Weber. „Ende dieses Jahres lösen wir unser Versprechen ein – ein Meilenstein!“
EcoVadis gehört international zu den renommiertesten Nachhaltigkeitsratings. Die Bewertungen basieren auf umfassenden Kriterien wie Umweltbewusstsein, Arbeitsbedingungen, Ethik und nachhaltigen Beschaffungspraktiken. Unternehmen weltweit nutzen EcoVadis-Ratings, um sicherzustellen, dass sie selbst, ihre Lieferanten und ihre Partner nachhaltig handeln.






