GEWINNUNG & NUTZUNG

Naturnahes und dezentrales Wassermanagement
Einsparpotentiale für die Ressourcen Energie und Wasser
In Deutschland werden jährlich circa fünf Milliarden Kubikmeter Wasser für die öffentliche Wasserversorgung und circa 19 Milliarden Kubikmeter für die nicht öffentliche Wassergewinnung (Industrie, Gewerbe und Energiegewinnung) entnommen. Die Gewinnung erfolgt dabei aus verschiedenen Wasservorkommen: 70 Prozent Grund- und Quellwasser, 13 Prozent Seen, Talsperren oder Flusswasser und 17 Prozent Bodenpassagen und Uferfiltrat. Durch die Ergänzung der Betriebs- und Regenwassernutzung in Gebäuden und auf Grundstücken sieht der fbr - Bundesverband erhebliche Einsparpotentiale für die Ressourcen Energie und Wasser.
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Allein für die Bereitstellung der Trinkwassermenge für die öffentliche Wasserversorgung werden circa 3.770 Gigawatt die Stunde elektrische Energie benötigt. Unter Annahme eines durchschnittlichen Strommix ergibt dies eine CO2-Emission von circa zwei Million Tonnen pro Jahr. Dazu addiert sich jährlich der Energieaufwand für die Reinigung von circa zehn Milliarden Kubikmeter Abwasser, wovon circa fünf Milliarden Kubikmeter Niederschlags- und Fremdwasser sind, die durch die öffentliche Abwasserentsorgung behandelt werden.
Der Gesamtstromverbrauch aller kommunalen Kläranlagen in Deutschland liegt dabei in der Größenordnung von 4.400 Gigawattstunden pro Jahr. Insgesamt werden so- mit rund 8.170 Gigawattstunden elektrische Energie für die öffentliche Trinkwasserversorgung und Abwasserreinigung benötigt. Mit diesem Energieaufkommen können rund 2,7 Million 2-Personen-Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.
Wasser- und Energiebedarf werden steigen
Der Bedarf an Wasser für alle Sektoren, wie private Haushalte, Gewerbe- und Industrie sowie Landwirtschaft und Forsten, wird durch die Auswirkungen des Klimawandels weiter ansteigen und damit einhergehend auch der Energiebedarf. Zusätzlich wird in einigen Regionen die Grundwasserneubildung aufgrund des Klimawandels deutlich zurückgehen.
Kein Neubau ohne Betriebswasser
Unter energetischen Gesichtspunkten leisten Anlagen zur Betriebs- und Regenwassernutzung einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Energie- und Klimakosten. Regenwasser, das auf die Dächer fällt, gespeichert und genutzt wird, muss nicht kilometerweit von den Gewinnungsgebieten zu den Grundstücken gepumpt werden. Mit der Nutzung von Regenwasser und Grauwasserrecycling im Gebäude, lassen sich bis zu 50 Prozent der Trinkwasser- und Abwassermenge reduzieren. Weitere Applikationen wie die Kühlung und Klimatisierung von Gebäuden sowie die Wärmerückgewinnung aus Grauwasserrecyclinganlagen erhöhen zusätzlich die Energieeffizienz der ökologischen Haustechnik.
Der fbr - Bundesverband schlägt daher als Lösungsmaßnahme eine konsequente Umsetzung eines naturnahen und dezentralen Wassermanagements in Städten und Quartieren, inklusive der Betriebs- und Regenwassernutzung in Gebäuden, als elementaren Baustein vor. Regenwassernutzung und das Wasserrecycling müssen zu einer Verpflichtung in künftigen Neubauten werden. Eine Nachrüstung im Altbestand ist zu prüfen und mit Fördermöglichkeiten auszustatten. Dazu ist die Identifikation und systematische Nutzung von Gelegen- heitsfenstern, zum Beispiel bei Sanierung oder Modernisierung, zu unterstützen.