
Leistungsstarke IT-Infrastruktur für innovatives Zweiarm-AUV
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Prof. Dr. Dr. h.c. Frank Kirchner, Leiter des DFKI Robotics Innovation Center: „Mit Mare-IT konnten wir einmal mehr zeigen, dass sich die Entwicklung autonomer Roboter für komplexe Unterwasseranwendungen nicht ohne den Einsatz von Methoden des maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz denken lässt. Unsere Forschung stellt einen wichtigen Baustein dar, um die Vision praxistauglicher AUVs in der Offshore-Industrie Wirklichkeit werden zu lassen. Wir freuen uns, dass wir das Projekt auch dank der sehr guten Zusammenarbeit mit unseren starken Partnern trotz der erschwerten Bedingungen durch die Corona-Pandemie erfolgreich abschließen konnten.“
Das DFKI Robotics Innovation Center hat in Mare-IT erfolgreich das AUV „Cuttlefish“ als ein frei in der Wassersäule positionierbares Interventions-AUV entworfen und aufgebaut. Das innovative AUV verfügt über zwei an der Bauchseite angebrachte, tiefseetaugliche Greifsysteme, mit denen es Objekte unter Wasser manipulieren kann. Dabei ist es dank seines speziellen Designs sowie der KI-basierten Steuerung und Regelung in der Lage, den Schwerpunkt und Auftrieb während eines Tauchgangs zu verändern und beliebige Orientierungen einzunehmen und stabil zu halten. Neben dem vollautonomen Einsatz kann das Fahrzeug mittels einer Glasfaser in einem hybriden Modus betrieben werden, der das Eingreifen durch den Menschen erlaubt, etwa bei kritischen Operationen an Unterwasserstrukturen. Dafür ist das AUV mit einer Vielzahl von Sensoren zur Umgebungswahrnehmung ausgestattet, zum Beispiel Sonarsensoren, Kameras, Laserscanner und Magnetometer. Um die große Menge an Sensordaten effektiv verarbeiten zu können, erarbeiteten die Forschenden ein spezielles Architekturkonzept, dass die dezentrale Analyse von Datenströmen direkt an Bord des Roboters ermöglicht. Auch die Umsetzung der Missionsplanung zur Durchführung von Inspektions- oder Wartungsaufträgen verantworteten die Bremer Forschenden. Darüber hinaus entwickelten sie eine einheitliche Schnittstelle, die den bidirektionalen Datenaustausch zwischen AUV, Leitstand und geschäftsinterner Infrastruktur ermöglicht.

Virtueller Co-Pilot zur intuitiven Teleoperation
Ein am DFKI-Forschungsbereich Kognitive Assistenzsysteme entwickelter virtueller Copilot unterstützt das menschliche Personal im Leitstand bei durchzuführenden Teleoperationsaufgaben. Dafür ist es mit einer Microsoft HoloLens ausgestattet, die entweder in Kombination mit dem Leitstand oder auch als leichtgewichtiges separates Interaktionsmedium, zum Beispiel an Bord eines Schiffs, eingesetzt werden kann. Dank einer holografischen 3D-Darstellung auf dem Display ist die operierende Person jederzeit über den aktuellen Zustand des AUVs und der Unterwasserstruktur informiert. Per natürlicher Sprachinteraktion können Sensorinformationen und Messwerte eingeblendet und Warnungen konfiguriert werden. Zudem lassen sich das AUV und dessen Kameras über Sprachbefehle steuern und in Kombination mit Eye-Tracking Informationen zu Elementen der Infrastruktur abrufen, auf welche die Person gerade schaut. Dabei ist es möglich, eigene Sprachbegriffe während der Mission zu definieren und als Alias, zum Beispiel für Kamera- oder Andockpositionen, zu verwenden.
Als Ergänzung zu den innovativen Interaktionstechnologien hat der DFKI-Forschungsbereich Eingebettete Intelligenz in Mare-IT eine Webanwendung erarbeitet, die es erlaubt, das AUV über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets zu steuern und Parametereinstellungen vorzunehmen. Zudem untersuchten die Forschenden die Einsatzmöglichkeiten von künstlichen, oszillierenden Magnetfeldern für die Lokalisierung des Unterwasserroboters.